4.November 2019 Auf Richtung Neuseeland

Die Ueberfahrt nach Neuseeland ist schon etwas anspruchsvoller als das was wir die letzte Zeit gemacht haben. Schon wochenlang beobachteten wir das Wetter in diesem Gebiet um die Zusammenhaenge besser zu verstehen. Jetzt ist normaler Weise die beste Zeit fuer diesen Toern, aber die Tiefs bei Neuseeland ziehen immer noch sehr weit noerdlich durch. Wir glaubten am 4.11. einen guten Zeitpunkt fuer den Absprung gefunden zu haben. Schon zeitig begannen wir Fahrt rauszunehmen um nicht in ein Tief vor Neuseeland zugeraten. Am 3. Tag, wir hatten das Minerva-Reef in 65sm querab, entschieden wir dort hin zufahren und guenstigeres Wetter abzuwarten. Bis zum dunkel werden war die Distanz nicht zuschaffen. Um vormittags in das Riff zu fahren mussten wir bei besten Bedingungen voellig untertakelt dahin schleichen. Die Einfahrt ist breit, gut zu sehen und bei Suedostwind unspektakulaer. Auf 13m schoensten Sand ging der Anker in der Naehe des in der Seekarte eingezeichneten Wracks runter. Es war viel Platz zu den anderen 6 Booten, so dass wir unsere ganzen 60m Kette rauslassen konnten. Als wir nach einer Woche den Anker aufholten war die Kette feinsaeuberlich geputzt.

im Minerva-Reef
oder irgendwo im Nirgendwo
zusammen gestartet

Nach Ruecksprache mit Bob, dem neuseelaendischem Wetterpapst sind wir am 14.11 gestartet. Es liegt ein Hochdruckgebiet vor uns, das Schwachwind und auch Flaute bringen wird, aber es ist kein Starkwind in Sicht. Besseren Wind wird es in den naechsten 8 Tagen nicht geben. In den ersten vier Tagen erreichten wir Etmale zwischen 111 und 115sm, bei moderaten Motorstunden. Nach einer Halse in der 5. Nacht oder vielleicht auch schon davor ist uns das Grosssegel zerrissen. Es war stock dunkle Nacht mit dicken Wolken und ohne Mond. 300sm vor Whangarei, 300sm zu frueh, denn in Neuseeland sollte es ein neues Gross geben. Bob hat uns eine Route nach Opua, in der Bay of Island empfohlen. Damit konnten wir ein kleines Tief umfahren und sind unter Segel bis 130sm vor Opua gekommen. Dann war der Wind fuer die Genua zu stark und mit der Fock erreichten wir zu wenig Hoehe. Da vor Whangarei das naechste Tief stand und auf uns zu kam nahmen wir jetzt den Motor und fuhren direkt nach Opua. Wenn es moeglich war liessen wir die Fock mitziehen. Jetzt kamen unangenehme 20 Stunden, die Welle ca. 2m hoch, mit 5s und schraeg von vorne. Die letzten 8 Stunden waren dann wieder versoehnlich. Bei schoenstem Sonnenschein und fast glattem Wasser konnten wir zeitweise mit der Genua segeln. Nach 8 Tagen und 868sm machten wir am 22.11. um 17:30 Uhr am Quarantaenesteg in der Marina Opua fest.

nach der 2. Nacht
Sonnenaufgang
der Mond ist auch noch da
Land in Sicht
die 12sm-Zohne kann kommen
am Quarantaenekai in der Marina Opua

Tongatapu

Nun erst einmal den Geburtstag nachgefeiert und eine Runde mit dem Leihwagen ueber die Insel gefahren. Gemeinsam mit Liesa und Thomas von der Nes-Puck hat es fuer jeden nur die Haefte gekostet und es gab den doppelten Spass. An der Ostsee fuer jeden ein Fahrrad auszuleihen waere deutlich teurer gekommen.

sie wollten unbedingt fotografiert werden und das Foto ueber Facebook haben

am 60zigsten Geburtstag des Koenings warn Feiertag
das Regierungsgebaeude
der Koenigspalast
Hochzeit


Sonnabends ist Markt in Nuku`alofa
in der Tropfsteinhoele
die raue Suedkueste

19.-24.10.2019 unfreiwilliger Kurztrip nach Auckland

In Nuku`alofa am ersten Tag einchecken, am 2. ins Krankenhaus zur Blut- und Urinkontrolle, am 3.Tag dann zum Ultraschall. Der brachte Gewissheit, der Stein ist recht gross, sitzt fest und wird alleine nicht abgehen. Alle waren sehr nett zu mir, konnten aber nicht helfen. Ich sollte so schnell es geht nach Neuseeland fliegen und dort ins Krankenhaus gehen. Noch schnell ein Handy gekauft, mein erstes eigenes, damit wir Kontakt halten koennen wenn ich in Aukland bin und Karin das Boot bewacht. Ich hatte einen der letzten Plaetze im Sonnabend-Flieger ergattert.

Sonntagmorgen 0:30Uhr in Auckland gelandet, schnell noch eine Sim-Karte und Prepaideinheiten auf dem Flugplatz gekauft und einen Busfahrschein am Automaten gezogen. Das konnte der alte Mann nicht, da musste erst ein junges Maedel helfen und dann zum Auckland City Hospital. Der Busfahrer versprach mich zu rufen, wenn wir an der richtigen Haltestelle sind. Er stieg mit mir aus, lief um seinen langen Bus und erklaerte mir in aller Ruhe den Weg zum Krankenhaus. Keinen der anderen Fahrgaeste schien das gestoert zu haben. Gegen 2Uhr in der Notaufnahme angekommen, durchgecheckt, aufs Zimmer gebracht, um 10Uhr durch die Roehre geschoben. Die Diagnose war die selbe wie in Tonga, der Stein ist 9mm und sitzt fest. Er wurde mit einem Laser zu ganz feinem Sand zerstueckelt. Vorher kam aber noch ein Dolmetscher der mit mir den Papierkram erledigte. Sie haben ueber 100 Dolmetscher, die auf Abruf fuer sie arbeiten. 18Uhr war alles vorbei und ich bekam nach 20Stunden was zu essen. Am naechsten Morgen zur Visite war der Dolmetscher wieder da. Ich denke du kommst erst zur Entlassung wieder. Es war die Entlassung! Ich sollte mir ein Hotelzimmer nehmen, am naechsten Tag den 30cm langen Stint selbst entfernen und anschliessend noch 2 Tage warten bevor ich nach Tonga zurueck fliege, falls es widererwartend Probleme geben sollte.

Ein Hotel zu finden war garnicht so einfach. Backpacker-Unterkuenfte mit Schlafsaal gab es viele, Hotels auch, aber die guenstigen waren oft ausgebucht. Ich bin dann im Ibis im Zentrum gelandet, es ist einfach aber sauber.

beim Frühstück im Krankenhaus
Endlich wieder Wasser
Ibis Hotel
Die Roller stehen und liegen überall rum, mit einer App auf dem Handy werden sie bezahlt und aktiviert, du kannst sie überall stehen lassen, wenn du zurück kommst ist er vielleicht noch da, wenn nicht,steht ein paar Meter weiter bestimmt ein Anderer

14-16.10.19 nach Tongatapu

Veronika von der Seven Seas ist mit mir netter Weise ins Krankenhaus von Neiafu gegangen, aber leider konnte mir dort keiner helfen. Darauf hin beschlossen wir direkt nach Nuku`alofa zu segeln. Fuer die 180sm haben wir bei leichten halben Winden und glatter See 1,5 Tage benoetigt. Wir sind westlich an Pangai vorbei gefahren, haben in der 2.Nacht und am Morgen kraeftig Regen abbekommen, aber kurz vorm Hafen liess er nach.

noch einmal an der Hoehle vorbei
knapp 10sm zum unterseeischen Vulkan
Im Hafen von Nuku’alofa

Fortsetztung Vava`u

Wir haben noch nie so unkompliziert und guenstig ein Auto gemietet wie im Cafe Tropicana. Der Ausflug war schoen und abenteuerlch zugleich. Anhand der Karten konnte man leider nicht sehen in welchem Zustamd die Strassen und Wege wiklich sind. Als wir einem Hinweissschild „Zum Aussichtspunkt“ folgten, der Weg immer schmaler und die Ausspuelungen immer tiefer wurden waren wir sehr erleichtert als wir wieder auf einer vernuenftigen Strasse waren.

hier kam man gut hin
Ene`io Beach Botanical Garden & Restaurant
sonntags in Neiafu, alle sind in der Kirche

wir sind dann noch durch die Ankerbuchten getingelt, bis der Captan Nierenkoliken bekam.

9. Oktober 2019 Vava`u

Unser in die Jahre gekommenes Dinghy hat das Zusammenlegen nicht mehr vertragen, die Verklebungen gingen ueberall auf. Da es im Yachtshop nur kleine Tuben Kleber gab , haben wir die Reparatur machen lassen. Wir lernten die Schweizer Gaby und Markus von der Kisu kennen. Sie waren von ihrem Torqeedo-Motor genau so begeistert wie wir und fuhren schon lange wieder mit einem Benziner. Sie ueberliessen uns ihren Motor zu einem sehr fairen Preis. Mit ihrem Motor und unserem Akku brauchten wir jetzt nicht mehr rudern. Ja, auch den Autopiloten haben wir reparieren koennen, nur das Radar bekamen wir, trotz aufwaendiger Fernhilfe von Silvio nicht wieder in Gang. Wird wohl in Neuseeland ein Austauschgeraet werden.

Vava`u ist eine wunderschoene Inselwelt mit schoenen mehr oder weniger gut geschuetzten Ankerplaetzen, schoenen Riffen zum Schnorcheln und ganz beliebt ist hier Tauchen mit Walen, das hat aber seinen Preis. 2 Naechte lagen wir in der Blue Lagoon, die bei Sonnenschein, den wir immer nur kurz hatten, in fantastischen Farben leuchtet, bei Hochwasser aber etwas sehr wacklig ist. Hier haben wir mit Elke und Werner, die auf Fafoa leben und den TO-Stuetzpunkt betreiben, einen netten Nachmittag verbracht. Mit Kokusnuessen, Taroblaettern[sieht aus und schmeckt wie Spinat] und einer SD-Karte mit neuen Karten und Reiseberichten ging es zurueck aufs Boot. Sonntag sind wir dann bei gut 20kn Wind, nur mit der Fock, zum Whale watching. Die gewerblichen Anbieter sind nicht draussen, wodurch man keine Orientierung hat wo die Wale sind aber es auch keinen Streit gibt. Nach dem wir gerade aufgegeben hatten und auf dem Rueckweg waren kreuzte ploetzlich eine Walmutter mit ihrem Kind unseren Weg, sie kamen naeher als wir es haben wollten.

Blick auf`s Mooring- und Ankerfeld
Katedrale von Neiafu
ungleiche Regatta
Ausflug mit einem Leihwagen
hier kannst du mit dem Dinghy reinfahren
bei Elke und Werner

mal wieder auf einem Berg, hier fuehrte eine Treppe rauf,war auch nicht sehr hoch

11.September 2019 Ueberfahrt nach Vava`u

Uns hat es auf Niuatoputapu gut gefallen und entsprechend lange hat es gedauert bis wir das richtige Wetter fuer die Weiterfahrt fanden. Es sollt eine entspannte Fahrt werden und wir wollten versuchen die 180sm mit nur einer Nachtfahrt zu schaffen. Wir starteten morgens zeitig und kamen mit halben Wind gut voran. Zwischen 20 und 22 Uhr brieste es nochmal kraeftig auf, der Plotter meinte, wenn es so weiter weht , sind wir schon morgens 8Uhr da. Leider fiel kurz danach der Autopilot aus und der Wind ging auf nur noch 5kn zurueck und drehte frueher als vorausgesagt auf Nord. Im Bussystem war ein Kurzschluss, aber die genaue Ursache lies sich nicht gleich finden. Nun musste mehrere Stunden der Motor mit ran und bis Vava`u musste mit der Hand gesteuert werden. Nachmittags gegen 3Uhr hatten wir dann vor Neiafu eine freie Mooring gefunden, nicht die ueber Kanal 26 zugewiesene Nr.4, aber die Nr.3 war in der Naehe. Die Landschaft sah deutlich anders aus als die letzten Inseln. Die Felsen fielen steil ins Meer ab und waren von den Gezeiten ausgespuelt.

steht in der Einfahrt im Wege
Neiafu, die 2. groesste Stadt Tongas

9.September2019 auf nach Niuatoputapu

Am 21.August starteten wir nachmittags gemeinsam mit der Island in the Sun nach Niuatoputapu, der nordoestlichsten Insel Tongas ca 185sm entfernt. Wuerden wir bei dieser Distanz morgens starten kaemen wir bei leichten Winden voraussichtlich nicht bei gutem Licht an. Dann also mit 2 Naechten. Mit der Daemmerung ging mit dem Licht auch der Wind weg. Als wir nur noch 2kn machten musste fuer 2 Stunden der Jockel ran, dann lief es wieder mit 3kn. Am naechsten Tag nahmder Wind wie vorausgesagt stetig zu und wir kamen gut voran. In der 2. Nacht nahmen wir immer mehr Segel weg um nicht zu frueh anzukommen. Mit 5sm Abstand haben wir das Curacora-Reef passiert, einem Vulkanberg der aus 1500m Tiefe bis 15m unter die Wasseroberflaeche reicht. Der mit einem halben Knoten Strom dagegen laufende Pacific verursacht brechende Seen, in die man nicht reinfahren sollte. Kurz vorm Pass trafen wir die Island in the Sun wieder, die uns gleich am ersten Abend davon gefahren war. Der Pass sollte laut Handbuch recht schmal sein und man sollte nicht mehr als 3mTiefgang haben. Mit einem Squal im Ruecken, aber ausreichender Sicht fuhren wir genau auf der Peilung hinein und hatten immer ueber 5m Wasser unterm Kiel.

Tafahi, 4sm noerdlich von Niuatoputapu
SY Island in the Sun vom Pass von Niuatoputapu mit Squal im Ruecken

Niuatoputapu ist eine huebsche kleine Insel mit 3 Doerfern, 4 Geschaeften, einem Shop mit Sim- u. Preapad-Karten, einer Bank und und einem Buero fuer Zoll und Einwanderung. Ueberall laufen Schweine rum und viele Pferde. Frische Obst, Gemuese, Fleisch und Fisch gibt es nicht zu kaufen, das wird untereinander getausch. Bananen, Brotfrucht und eine Melone bekamen wir geschenkt. Auch Alkohol gibt es nicht zukaufen, trotzdem scheint jeder welchen zu haben. Mit der lokalen Sim-Karte bekommt man ganz gutes Internet, nur wir nicht, es soll an unserem Haendy liegen. Beim 4km entfernten Zoll gibt es freies Internet, aber nur wenn der Generator laeuft, das ist ab ca 10Uhr, machmal auch erst ab 12. Ein Stromnetz gibt es zur Zeit noch nicht, soll aber demnaechst aufgebaut werden. Die Menschen sind sehr nett und hilfsbereit. Autos, die einem beim Wandern ueberholen, fragen regelmaessig, ob sie einen mitnehmen koennen und als ich den Weg zum Berg nicht fand und einen Einheimischen auf seiner kleinen Plantage fragte, liess er sofort die Arbeit liegen und stieg mit mir zum Berg auf. Er war topfit und ich hatte zu tun, ihm zu folgen. An einem Sonnabend haben wir mit 6 anderen Booten und einigen Einheimischen BBQ auf einer Motu gemacht. Dafuer musste ein kleines sehr schmackhaftes Ferkel sein Leben lassen.

am Anleger werden wir gleich begruesst
es gibt deutlich mehr Scheine als Einwohner
beim Zoll
das Versorgungsschiff kommt alle 4 Wochen
ups, ist vom Anleger runter gerollt
Suesswasserquelle
auf zum BBQ

mein Bergfuehrer
die Wurzel ist hier Hauptnahrungsmittel

14.8.19 Apia

Vor 2 Tagen haben wir mit Regina und Guenter von der SY Island in the sun eine Taxirunde ueber die Insel gedreht, gestern haben wir uns eine Tanz- und Feuershow mit traditionellem Essen angesehen und sonst waren wir viel im Ort unterwegs. Hier einige Impressionen

die Kathedrale
Szenen aus einer Kava-Zeremonie
das Dinner vor der Tanzshow, der Teller bestand nur aus Blaetter
die Markthalle
am Fischmarkt
Gebetshalle, offen fuer alle Konfessionen