
Als endlich der starke Nordwestwind nachließ nahmen wir die letzten 140sm nach Sues in Angriff. Bei achterlichen und raumen Winden von 3-16kn mußte ab und zu der Motor mit ran, bis er auf einmal streikte. Er hatte Luft angesaugt, aber wo? Die Dieselpumpe war unreparabel defekt. So mußten wir uns unter Segel bis zu unserem vorgeschriebenen Ankerplatz C1 quälen, nach zweieinhalb Tagen kurz nach Mitternacht fiel dann der Anker vor Sues. Freunde aus unserem Segelverein packten ein Paket mit unseren alten Unterwanten und einer neuen Dieselpumpe, schon nach 3 Tagen war es in Kairo, kam aber bei uns nie an. Wochen später war es zurück in Demmin. Parts4Engine in Großbritanien lieferte uns innerhalb einer Woche eine neue Dieselpumpe und die angebrochene Wante unter stützten wir mit einer hart durchgesetzten Leine. In der Zwischenzeit hatten wir unsere Moana wegen einer Sturmwarnung vor den Sues Yachtclub verholt. Unser Dinghy mit seinen 3,5PS hat uns dorthin geschoben.


Am 13.Mai morgens 5:30Uhr, nach 3Wochen Sues, kam der Lotse an Bord und es konnte endlich weiter gehen. Die 42sm nach Ismailia mit dem Großen Bittersee waren unspektakulär, der Motor lief wie am Schnürchen, nur kurz vor Einfahrt in die neue, moderne Marina kam Sturm auf. Wir mußten noch auf die Kanalpolizei warten, die eine Schwimmkette vor der Einfahrt wegnahm. Eine Marina wo man seeseitig eingesperrt wird kannten wir bis dahin auch noch nicht. Nun brauchten wir erst einmal ein paar Tage Urlaub.







Ein Wochenende in Kairo mit Museumsbesuch, den Pyramiden von Gizeh und einer Nilfahrt waren da genau das Richtige. Anschließend wollten wir mit der Bahn nach Luxor aber es wurden extrem hohe Temperaturen angesagt, so dass wir lieber zum Boot zurück gefahren sind.







Auf der zweiten Etappe des Sueskanal hatten wir dann einen seltsamen Lotsen, erst nett und dann sollte ich ihn bezahlen weil er die ganze Zeit steuert, dabei darf laut Kanalordnung der Eigner nicht selbst fahren. Er ließ nicht locker bis ich ihm erklärte, ich rufe seinen Chef und den Agenten an und frage nach, dann wollte er, dass wir Freunde bleiben, aber die Stimmung war hin. Das gleiche Theater gab´s als das Lotsenboot ihn am Ausgang zum Mittelmeer abholte, 5 Mann forderten aggressiv Backschis, da waren sie bei mir aber an der falsche Stelle. Um ein Starkwindfeld bei Zypern auszuweichen fuhren wir lange westwärts bevor wir nach Kos in der Türkei abbogen. 80sm vor Kos brachen weite Kardeelen der Unterwante, nun trauten wir nicht mehr zu segeln.


