

2000sm und einige Nierenkoliken später, nach 16 Tagen, lassen wir den Anker in der Carlisle Bay vor Bridgetown, Barbados fallen. Eigentlich hätten wir im Industriehafen einklarieren müssen, aber ohne Motor haben wir das weggelassen. In der vorletzten Nacht hatten wir den Motor zum Strom erzeugen an, nach einer Stunde verstummte er. Wir hatten die Pest an Bord, die Dieselpest. 16 Tage herrliches Passatsegeln, aber ohne schönen Sonnenauf oder -untergang und ohne einen Fisch zu fangen.
Nachmittags gegen 14 Uhr legten wir bei trüben Wetter ab, kurz danach schlief der Wind ein und es begann zu regnen. Nach 4 Stunden hatten wir ganze 4sm geschafft. Wir hatten 2090sm vor uns und Diesel für ca. 80 Stunden Motorfahrt, das sind etwa 400sm. Sollten wir da jetzt den Motor anmachen? Wir taten es für eine Stunde um von den Inseln weg zu kommen. Mit der Nacht kam Wind auf, 12-14 kn, völlig untypisch erst aus West, später Nordwest. Wir segelten hoch am Wind und wurden etwas durch geschüttelt. Rene fütterte erst mal die Fische.
DerWind drehte über Nord auf Nordwest und wir quälten uns 7 Tage bei ruhiger See und 4 bis knapp 10kn Wind Richtung West. Die meiste Zeit hatten wir die Angel nachgeschleppt, mehrere Köder eingebüßt aber keinen Fisch gefangen. Die Paprika für das Ceviche kam in die Gemüsepfanne. Das war am 9 Tag, als wir den 2. Tag ordentlich Wind hatten und die See immer rauer wurde. Die warme Küche hatte zeitweise schon geschlossen, aber am Abend gab`s dann doch Bratkartoffeln mit Spiegelei und Gemüsepfanne. In den ersten 7 Tagen erreichten wir Etmale (Tagesstrecken) von 79 bis 118sm, dann ging es rauf bis 164sm..








Rene ist mit 24 Stunden Verspätung angekommen, hat vieles mit gebracht, unter Anderem Iridium-Telefon, Angelzubebehör und Costa Rica-Kaffee. Jetzt sind wir schön Abendbrot essen, drauen spiel Livemusik und wir schwitzen tüchtig. Proviant und Diesel sind gebunkert. Morgen nochmal Wasser auffüllen, kleinere Angelköder kaufen und ausklarieren, dann geht es weiter Richtung Barbados.
9 9 Uhr morgens nach einem ausgiebigen Frühstück geht der Anker auf. In der Marina wird noch Trinkwasser gebunkert und dann los. Aber der Autopilot spinnt. Neu kalibrieren hat nicht funktioniert,so blieb nur zum Ankerplatz zurück zufahren. 14 Uhr zweiter Versuc, nochmals im Hafenbecken Kreise gedreht. Dieses Mal hat alles geklappt. Anfangs war die See noch etwas rau vom letzten Starkwind, aber wir sind gut voran gekommen. Als wir in die Nacht hinein fuhren wurde Gran Canaria hinter uns immer kleiner. Es folgten viele Tage mit Schwachwind. Am schlimmsten war Tag 6 mit 12 Stunden Motorfahrt. Sonnabend Mittag brieste es dann endlich auf, aber so hatten wir uns das nicht gewünscht. Ab 20 Uhr hatten wir dann unseren ersten Sturm im Blauwasser.Es hat uns in der Nacht ordentlich durch geschüttelt und zu allem Überfluss hat es kräftig geregnet. Erst 2 Reffs ins Großsegel, dann die Fock weg, um anschließend das Groß wegzunehmen und die Fock wieder auszurollen. Zum Schluss hatten wir alle Segel unten und liefen immer noch mit 4 Knoten. Der Autopilot hat die ganze Zeit brav gelenkt. Morgens gegen 7 Uhr war der Spuk vorbei. Moana ist ein gutmütiges Schiff, sie hat zwar etwas gestöhnt und geknarrt,uns aber sicher durch die Nacht gebracht. Karin hatte trotzdem tüchtig Angst. Kurz vor unserer letzten Nacht, noch 65sm, haben wir das Groß weggenommen um Fahrt aus dem Schiff zunehmen, denn wir wollen in Mindelo nicht im Dunklen ankommen. Die letzten Meilen nochmal das Vorsegel verkleinert und mit dem ersten Licht sind wir vor den Inseln angekommen. Gegen 8 Uhr, knapp 8 Tage und 88Osm später haben wir in der Marina festgemacht. Sicher kein Rekord, aber darum ging es auch nicht. Jetzt ein bisschen aufklaren und schön frühstücken, dann einklarieren, dass heißt zur Immigration und zum Zoll. Die Leute sind hier sehr nett und haben gaaanz viel Zeit, wir zum Glück ja auch. Die Marina ist in Ordnung, aber sehr teuer, die lassen sich jeden Furz extra bezahlen, muß mal einer von denen in Kühlungsborn gewesen sein…….
Ankunft melden wir uns, bis dahin😀
Hier liegt man ab 50 ft und mindestens 3,besser mehr Salinge.
Nachmittags bei wenig Wind los, zum Anfang mußte noch der Motor helfen, aber dann hatten wir immer soviel Wind, dass die Segel gut standen. Karin hatte ihre erste selbständige Nachtwache. Siehe da, es ging sehr gut, auch wenn es noch einiges zu lernen gibt. Nach 21 Stunden waren die kaopp 100 sm geschaft. Der Hafen ist für Normalos gesperrt, wußten wir, also in die Ankerbucht, die auch keine mehr sein soll, aber während der ARC erlaubt ist. Die ARC ist eine Atlantikregatta für jedermann, bei der 250 Boote teilnehmen. Mehr Yachten als Boote und heute weit weg vom Sinn des Erfinders, der Fahrtenseglern, die sich nicht trauten alleine über den Atlantik zu segeln, die gemeinsame Überquerung anbot. Heute ein großes Geschäft: biete Koje für 3-4000 €.
In Arrecife haben wir Thomas Kaiser aus Berlin wieder getroffen, er ist unter härteren Bedingungen als wir hier her gekommen.
Nach dem Frühstück bekommen wir Besuch von Mareike, der Tochter von Thomas, sie macht hier Urlaub und kommt mit einer amerikanischen Freundin vom Strand zu uns herüber geschwommen. Da der Ankerplatz recht unruhig ist, verlegen wir das Boot in die Marina Rubicon, gleich nebenan. Wir wollen mal wieder ohne geschaukel schlafen und große Wäsche ist auch mal wieder nötig. Mareike hat uns ein paar Ersatzteile aus Deutschland mitgebracht. Irgend Etwas verschleißt immer. In der Marina einen kleinen Snack und einen Abschiedsdrink und dann nimmt Mareike ihren Papa einfach mit. Ab jetzt sind wir nur noch zu zweit.
Nach 470 sm und 4 Tagen und Nächte sind wir in der Papagayabucht, ganz im Süden von Lanzarote gegen 14 Uhr vor Anker gegangen. Erst mal baden, das Wasser hat jetzt 24 Grad und dann tauchen. Wir haben immer noch Leinenreste, wahrscheinlich von einem Fischernetz, im Propeller. Ich hatte schon unterwegs ein großes Kneul abgeschnitten, aber nicht alles rausbekommen. Diesmal hat es geklappt. Die Fischer haben teilweise über 10sm lange Netze draußen, wenn die nachts nicht beleuchtet sind hat man keine Chance.

Am Montag, den 10.10.16 sind wir von Gibraltar aufgebrochen, um die 160 sm nach Marokko zu segeln. Es wurde aber doch wieder eine Motorfahrt, so dass wir am Dienstag, den 11.10. gegen 14:00 Uhr auf dem afrikanischen Kontinent gut angekommen sind. Das erste Mal mussten wir ordentlich einklarieren und hatten Besuch vom Zoll, Drogensuchhund und Polizei.Aber bei uns ist nichts Unrechtes zu finden, so dass wir unbeschadet in den Hafen von Rabat einlaufen könnten. Jetzt wollen wir uns Land und Leute anschauen , ein Auto mieten und einpaar Tage durch Marokko Touren.😎